Laufen in der alten Heimat, immer wieder schön!

Was 35 Jahre Altersunterschied bewirken, oder, wie ich fast den Stadtmeister geschlagen hätte.....

02.06.2012

Am letzten Samstag war es mal wieder soweit: In der alten Heimat Altena fanden zum wiederholten Male die jährlichen Stadtmeisterschaften im Waldlauf statt.

U.a. wurde wieder der Hauptlauf über 10km angeboten, welchen ich mir aus vielerlei Gründen nicht entgehen lassen wollte, obwohl ich ja nur sechs Tage vorher beim Rhex sehr aktiv war. Zum einen war da meine Zeit von 45min von der WLS Köln-Porz, welche ich gerne verbessern wollte, zum anderen, dass ich dort 2004 meinen ersten 10er gelaufen war. Nach dem Motto: Back to the roots erreichte ich nach einer Stunde Autofahrt mein Ziel, die Fuelbecker Talsperre.

Dort habe ich meine “Laufkarriere” 1995, mit sage und schreibe 3 Umrundungen (a 2km) ohne Pause, begonnen.

Auf Nachfrage bei der Anmeldung erfuhr ich, dass dieses Jahr immerhin 15 Männer und 1 Frau um den Titel des Stadtmeisters kämpfen wollten. Da sind selbstverständlich alle ganz scharf drauf, da man dann nämlich vom Bürgermeister empfangen wird, und Sekt und Schnittchen bis zum abwinken gereicht bekommt.

Habe die Zeit bis zum Start genutzt, mich mit alten Bekannten zu unterhalten, sowie Ausschreibungen für unseren Röntgen-Lauf zu verteilen.

Pünktlich um 16.30h machten sich dann alle in Richtung Start auf, welcher wie immer auf der Staumauer war.

Ratlose Gesichter allerseits: “Letztes Jahr sind wir von hier gestartet”! Mangels Startlinie wusste niemand so ganz genau, von wo es losgehen sollte.

“Ihr Startet von hier”, bestimmte der Offizielle mit der Startpistole, “ ganz genau weiss ich es ja auch nicht, aber auf ein paar Meter mehr oder weniger kommt es ja nun auch nicht an, oder”?

Recht hat er!

Aus Rücksicht auf empfindliche Trommelfelle sagte er noch:” Ich gehe wieder Richtung Ziel, und gebe von dort den Startsschuss, passt schön auf”!

Aus der Ferne hörte man bald: ”Auf die Plätze, Fertig, PENG!

Die Masse der Athleten setze sich in Bewegung, die Turbos vorne weg, die anderen hinterher. Schnell zog sich die Schar der Läufer auseinander, vier vor mir, zwei neben mir, der Rest hinter mir. Das ging genau drei Runden so, dann gelang es mir, “meine” Dreiergruppe zu verlassen, und einsam an den Vierten vor mir heranzulaufen. Anfangs der fünften Runde hatte ich ihn, konnte ihn gar überholen. Allerdings gab er sich, ganz entgegen meiner Hoffnung ihn zermürbt zu haben, nicht geschlagen, und klebte mir bis kurz vor dem Ziel an den Hacken. Obwohl ich zwischenzeitlich mein Tempo nochmals verschärft hatte, und vorm Zieleinlauf nochmals zugelegt hatte, sprintete der mit einer affenartigen Geschwindigkeit an mir vorbei, ich war frustriert!

Nach kurzer Erholungspause meinen Glückwunsch an den unbekannten Läufer und die Frage: “ Was bist du für ein Jahrgang”? Seine Antwort:”1990”. “Na, dann trennen uns 35 Jahre”, Frustration wich der Erkenntnis, was 35 Jahre Altersunterschied doch ausmachen können.

Fakt war, dass mein Kontrahent, da er in Altena wohnhaft war, sich als Stadtmeister feiern lassen konnte, und ich knapp an der Bronzemedaille vorbeigerannt war.

Ich wünsche ihm auf diesem Wege “Guten Appetit”!

Bis nächstes Jahr, gleicher Ort, gleicher Lauf, bessere Zeit?

Peter Gerber