WIEN - MARATHON

MEIN 50. MARATHON

10.04.2016

Etwas ganz besonderes: Der 50. Marathon

Michael Kleeb und Peter Gerber beim Vienna City Marathon

Eigentlich wollte ich meinen 50. letztes Jahr schon beim Röntgenlauf

absolvieren, sozusagen als Heimspiel. Leider zwangen mich eine

unaufschiebbare OP und die anschliessende viel zu lange Trainingspause dazu,

davon abzusehen.

Also musste Ersatz her. Da kam die Idee meines Freundes

Michael Kleeb gerade recht: "Warum fliegen wir nicht zum 33. VCM? Du

läufst deinen Marathon, ich schaue zu."

Gesagt, getan! Ich wollte immer schon mal nach Wien, also das Angenehme

mit dem Nützlichen verbunden. Frühzeitig, schon Ende letzten Jahres,

angemeldet, Flug und Hotel gebucht, und das Training

forciert, soweit es Zeit und Konstitution erlaubten.

Sa. 09.04.2016

Endlich war es soweit, morgens um 05.00h aufgestanden, Micha

abgeholt und nach D´dorf zum Flughafen. Nach kurzem Flug in Wien

gelandet, und erstmal mit der S-Bahn zur Startnummernausgabe, Messe Wien,

gefahren. Anschliessend zur Pension Wolf, "Wiens freundliches Gästehaus",

und erstmal kurz ausgeruht. Dann unser Marsch durch Wien, um vorab einige Sehenswürdigkeiten,

sowie den Zielbereich anzuschauen.

Nach dem anschliessenden Abendessen, waren wir recht zeitig wieder in unserer

Pension und, nachdem die Vorbereitungen für den nä. Tag erledigt waren,

im Bett.

So. 10.04.2016

Schon wieder früh aufgestanden, diesmal um 06.30h. (Was tut man nicht

alles!) Laufklamotten an, ab zum Frühstück, Startnummer umgeschnallt und

ca. 10 Minuten zur U-Bahn gelaufen. Problemlos zum Startbereich gelangt,

trotz das ca. 40.000 das gleiche Ziel hatten, da die Bahnen im

3-Minuten-Takt verkehrten.

Noch ein wenig in der warmen U-Bahnstation gewartet, irgendwann von

Micha verabschiedet, der nicht starten wollte, und in den Startblock gestellt.

Das ich die "warme U-Bahnstation" erwähnt habe, hat den Grund, dass es "arschkalt" (8°)

und dazu leider auch ziemlich windig war.

Die Zeitung titelte am nächsten Tag "Sturm verbläst Topzeiten". Dem kann ich mich wirklich

nur vorbehaltlos anschließen.

Endlich 10, 9, 8, .........3, 2, 1, Peng! Trotz das ich auf Grund meiner

angegebenen Bestzeit im 2. Startblock stand, dauerte es eine Weile, bis

ich laufen konnte. Zuerst ging es über die Reichsbrücke, wo, wie schon

erwähnt, einem ein kleiner Sturm ins Gesicht blies. Dieser Wind war dann auch

während des gesamten Laufes präsent.

Vorbei am Prater (KM 2-3), Schwedenplatz (KM 9), Stadtpark (KM 10), Parlament, Karlsplatz (KM

11), am ziemlich abseits der Strecke gelegenen Schönbrunn (KM 15-16), da

muss ich zu meiner Schande gestehen, das hab´ ich nicht gesehen.

Am Museeumsquartier war auch gleichzeitig das HM-Ziel, am Rathaus vorbei,

bei KM 24 nochmal über die Donau.

Spätestens dort habe ich dann zwei Dinge gemerkt: 1. Dass ich 60 bin, und 2., dass es ohne ein

ausgiebiges und umfassendes Training, wie das noch vor 2 oder 3 Jahren

problemlos funktionierte, schwer werden würde, die restlichen KM zu

bewältigen.

Weiter zum Praterstern (KM 27), die Hauptallee (KM 28 - 29) entlang, zum

Ernst-Happel-Stadion (KM 30), dann bis KM 35 wieder auf die Hauptallee. Jetzt

wurde es wirklich immer schwerer, einfach "nur" ein Bein vor das andere

zu setzen. Irgendwie wollten die, weil sie diese Distanzen nicht mehr

gewöhnt waren, nicht so, wie ich es wollte. Da hilft nur eines: Schalter

im Kopf umlegen, und weiter laufen, ob denn die Beine meckerten, oder nicht.

Von KM 36 bis ca. KM 39 führte die Strecke entlang eines mir unbekannten

Nebenflusses der Donau, KM 40, wieder am Stadtpark, nur noch etwas mehr

als 2 KM, nochmal vorbei am Parlament, die letzten 195 Meter über einen

(kein Scherz!) roten Teppich gelaufen, und bei 4:20:52h endlich im Ziel

am Burgtheater. Geschafft, im wahrsten Sinne des Wortes, aber absolut

glücklich und auch stolz, die Nr. 50 doch noch gepackt zu haben.

Da der Veranstalter die Athleten und die Zuschauer weiträumig getrennt

hatten, hatte ich mich mit Micha in unserer Pension verabredet. Dort

erstmal geduscht, und eine zeitlang aufs Bett gelegt, bevor wir dann zum

ausgiebigen Essen marschiert sind. Micha voraus, ich langsam

hinterher.

Nach dem Essen und einigen Budweiser, nochmal durch den Zielbereich

geschlendert, und beim Abbauen zugeschaut. Aufgrund der Budweiser und

natürlich auch des Laufs dann recht früh ins Bett.

Mo. 11.04.2016

Beim Aufstehen und in der Nacht "Bein-Aua" gehabt. Die wollten sich wohl an

mir rächen, weil ich gestern nicht auf ihr meckern gehört habe.

Ab zum Frühstück, Gepäck deponiert, und zur U-Bahn, Richtung Schönbrunn.

Dort ist es, wie schon der Name sagt, schön. Dazu kam, dass sich

auch teils endlich mal die Sonne hatte blicken lassen, obwohl es trotzdem

immer noch recht kühl war. Nach ausgiebigem Spaziergang durch die Anlagen,

zurück in die City zum Mittagessen, zur Pension, das Gepäck geholt.

Mit U- und S-Bahn zum Zentralfriedhof, Beethoven, Mozart, Suppe, Falco, Udo Jürgens,

Hans Moser und viele, viele andere besucht.

Mit dem verspäteten Flugzeug zurück nach D´dorf.

Resümee: Der Wien-Marathon ist für mich, neben Berlin, der schönste meiner

Cityläufe. Perfekte Orga, tolles Publikum, recht flache Strecke, mit sehr

vielen Sehenswürdigkeiten. Das dabei eine für mich bescheidene Zeit

herauskam, ist vielen Faktoren geschuldet, ist mir aber letztlich,

ehrlich gesagt, völlig egal. Nach dem Motto:

Ich bin 60, bitte helfen sie mir über die Straße.

Peter Gerber

PS

DANKE Micha, für die Begleitung, die Orga, und die Führung durch Wien!

PETER GERBER