Fortgeschrittenenkurs in Aqua-Jogging, oder, wie ich einen Fisch auf dem Waldweg schwimmen sah

Regen und Matsch, und es macht bei jedem Schritt patsch

16.06.2012

Was ist schöner, als bei einem wunderbaren Landschaftsmarathon die Gegend zu genießen, Blicke ins Tal schweifen zu lassen, vorbei an Burgen und Kapellen zu laufen, halt einfach nur genießen!

Schöner wärs gewesen, wenn nicht das typische Sauerländer Wetter sich in totaler Spendierlaune gezeigt hätte. Schon ca. eine Stunde vorm Start des 2.Biggesee-Marathons in Attendorn zeigte sich, warum das Sauerland landläufig “Herrgotts Pinkelpott” genannt wird. Es pisste (Entschuldigung: regnete) pausenlos, von oben, von vorne, von hinten, von links, von rechts und windig war es auch noch.

Nachdem Michael und ich unsere Startunterlagen abgeholt hatten, und uns wieder ins Auto geflüchtet hatten, kam kurz der Gedanke auf:” Wir verzichten auf den Lauf, und starten am Grillstand einen Wettbewerb, wer die meisten Currywürste essen kann!” (Da hätte ich bestimmt gute Chancen auf einen Treppchen-Platz gehabt.)

Aber deshalb waren wir ja nicht zur Bigge gefahren. Also rechtzeitig zum Startschuss raus aus dem Auto, und los gings.

Kurz nach dem Start direkt die erste Steilwand, da bekam man einen guten Vorgeschmack auf das, was noch folgen sollte. Laut Ausschreibung immerhin 770 hm, also knackige Steigungen, langgezogene “flachere” Steigungen, die nächste Steilwand, natürlich auch bergab Passagen, flache Abschnitte, das alles entweder auf völligst matschigen, wie durchweichten Trailpfaden, oder Waldwegen. Teils kamen einem auch die Fluten entgegen, ob es da wohl Fische gibt?

Gut, ich will hier nicht verschweigen, dass es auch einige KM über nicht matschigen Asphalt ging. Das war dann Erholung pur!

Was mir auffiel war, dass so ziemlich alle Bänke an der Strecke (Teil der Strecke ist ein Wanderweg mit Namen Sauerländer Höhenflug), welche den müden Wanderer (oder Läufer!) zum ausruhen einluden, Nummern hatten. Wenn man von dort Hilfe anfordern würde, so dachte ich mir beim laufen, dann schicken die einen Bernadiner, aber nicht mit einem Rumfässchen um den Hals, sondern mit einer Flasche Krombacher Pils. Ihr merkt schon, ich hatte Durst und war kurz vorm Delirium.

Nach 4:02:25h war ich dann endlich im Ziel, und heilfroh, das alles ohne Sturz überstanden zu haben.

Das übliche Prozedere: Medaille, Glückwünsche an und von Mitläufern, sitzen, Moment genießen, trinken, essen war leider nicht möglich, obwohl es alles sehr lecker aussah. Mein Magen hat sich gegen Nahrungszufuhr entschieden, und ich hab es nicht auf einen Machtkampf ankommen lassen. Selbst mit dem Angebot, ihm eine Currywurst, Pommes, Majo zu spendieren, lies er sich nicht zur Nahrungsaufnahme überreden. MIST!!!

Michael, welcher den HM mit 330hm in sehr respektabelen 2:13:46h gelaufen war, und welcher kurz nach meinem Zieleinlauf neben mir stand, lies es sich u.a. am Krombacheralkoholfreistand richtig gut gehen, linke Hand ´nen Becher, rechte Hand ´nen Stück Kuchen.

Nachdem wir noch die Siegerehrung abgewartet hatten, bei der Inge Raabe in knapp unter 4h den dritten Platz in der Damenwertung erzielte, fuhren wir, natürlich im Regen, nach Hause.

Fazit: Absolut empfehlenswerter Trail- und Waldlauf, mit sehr anstrengenden 770hm, überschaubares (Marathon)-Teilnehmerfeld (ca.100), kurze Wege, ausreichend Parkplätze, leckere Zielverpflegung, günstiger Preis von 22,--, da möchte ich mal auf trockenen Wegen ohne Regen laufen!

PS

Danke Micha, für deine Begleitung!

Peter Gerber