over the top beim SWISS ALPIN

31.07.2010

Lasst es mich einfach mal so beschreiben, der Swiss Alpin ist eine Superlative der Extraklasse und einfach Appetit auf mehr….

…..noch weiter….noch länger….noch mehr Höhenmeter !!!

Die Entscheidung an diesem lauf teilzunehmen wuchs eigentlich bei unserer gemeinsamen Reise (Heike, Udo, Ingo, Peter) nach Zermatt im Jahre 2009.

Nachdem Zermatt erfolgreich beendet war gab es für mich keinen Zweifel, in Davos musst Du laufen.

Gesagt getan auf zum kollektiven Wahnsinn, auf nach Davos.

Die Mannschaft mit der wir angetreten sind war schon nicht schlecht, berücksichtigt man das zwischen RS uns Davos mal gerade schlappe 705km zu fahren sind.

Die Aktiven und ihre Motivation und die Distanzen:

- Udo und Heike………“Hochzeitskuchenverdauungslauf“ C42 (Marathon)

- Peter………..“Ich mache alles was verrückt ist“ K42 (Marathon……sehr schwer ca. 1.900 HM)

- Nick………“ich will´s wissen, ich kann mehr wie den City Lauf C11 (11km Berglauf)

- Mila…….. “Nick-Motivator, ansonsten wäre den K21 gelaufen“C11 (11km Berglauf)

- Ingo………“wenn ich den schaffe dann sind 100 von RS klar“ K78 (Ultramarathon mit 78,5km ca. 2.320HM)

Das der Swiss Alpine auch andere Remscheider in seinen Bann zieht sahen wir am Morgen des 31.07.10 beim Start wo uns 4 TuRas entgegen kamen.

Der Lauf ist so fantastisch dass ihn man einfach genießen muss. Für mich gesprochen kann ich sagen, ich habe jeden Meter genossen !!!.....und ich glaube die anderen auch !!!

Am Morgen des 31.07.10 versammelten sich nun alle Aktiven um die gemeldete Distanz unter die Füße zu nehmen. Wir hatten unseren Start um 08.00h (die Frühstarter waren bereits um 07.00h gestartet).

Ihren Einsatz hatten Udo, Heike und ich, da diese Läufe zusammengestartet wurden.

Peter hatte seinen Start gegen 11:30h in Bergün im Verlauf der K78-Strecke. Meine Überlegung war so zu laufen dass ich vor Peter durch Bergün laufe damit wir uns noch sehen…….eigentlich eine bekloppte Idee aber immerhin ein Ziel…..ein zeitlicher Ansporn.

Die die mich kennen wissen dass ich mir auch meist zeitliche Ziele setze und so liebäugelte ich mit 8:30h bis 8:59h bis zum Zieleinlauf

Um 08.00h ging es dann endlich los. Die ersten 5km lief ich mit Inge Raabe zusammen, die den Lauf schon kannte. Nach ein paar guten Tipps setzte ich mich dann ab und es ging ab in die Natur. Bis Filsur laufen alle die gleiche Strecke und dann für die K78-Starter erst richtig in die Berge.

Der Anstieg von „Filsur“ bis zur „Keschhütte“ ist etwa 21km lang und hat 1.320HM…..eine echter Kick !

Die Strecke bis Filsur war landschaftlich außergewöhnlich schön und wir liefen durch dichte Wälder, Schluchten, über ein Viadukt und kleine Ortschaften die uns wie verrückt anfeuerten.

Auch wenn manche sagen dass die Schweizer eher zugeknöpft sind……wir haben das Gegenteil erlebt.

Heike und Udo (wir haben uns während des Rennens nicht gesehen) sind dann nach Filsur weiter die C42 Strecke gelaufen. Im Zieleinlauf wurden die beiden (ich hoffe habe das noch richtig in Erinnerung) lautstark begrüßt und vom Moderator angekündigt………………toll !

Nach es für die K78`er an km30 nun in die Berge ging, wurde das Rennen auch härter. Die Spreu fing sich an vom Weizen zu trennen und das Einsammeln begann. Dadurch dass ich regelmäßig meine Fotoshooting-Pausen von 30sec. bis 1min machte, war ich guter Dinge und konnte mein Tempo bis Bergün locker durch ziehen.

Nach knapp 3:45h hatte ich Bergün passiert und wusste „Peter ist hinter mir, wir werden uns treffen….ich freute mich darauf“.

Hinter Bergrün war ich froh dass ich mir die Kraft gut eingeteilt hatte…..jetzt wurde es knüppelhart…….ca. 12km Hohscheidsberg, Fürberger Straße und steiler……natürlich auch keine Straße.

Ich passierte km45 und km50, kein Peter in Sicht…….

Bei km50 körte ich einen wild fluchenden Läufer kurz vor mir…..was war passiert: Einige Kühe waren der Meinung auf die Strecke scheißen zu müssen und ein bekam nun mit einem schmatzenden Geräusch warme Füße.

Dann war es soweit:

Peter jagte an mir vorbei…..der Blödmann hat mich noch nicht einmal bemerkt…….

Nachdem ich ihm hinterherrief drehte er sich um und siehe da, er erkannt mich…..Ein kurzen Drücken und weg war er…….Der Kerl ist wirklich gut drauf !!!

Nachdem ich die Keschhütte (höchster Punkt auf 2.600m) passiert hatte, ging es für ca. 10km auf dem Höhentrail hinab bis auf 2.500m und dann nochmal auf 2.600m hinauf.

Diese Passage war mit die schwierigste, da ein Laufen in dieser Höhe nach einer Stunde ganz schön anstrengend wird.

Noch gut in der Zeit passierte ich nach weniger wie 7Stunden km61 um dann den großen Abstieg nach Davos (1.500m) unter die Füße zu nehmen.

…………….im Nachhinein wäre ich lieber den Berg hinauf gelaufen.

Die Strecke war äußerst schwierig und viele Leute rasten an Dir wie wenn sie einen Höhenkoller hätten an dir vorbei. Auf diesen Teilstück bis km65 sah man doch einige Gestürzte und Verletze, natürlich auch völlig entkräftete.

Bei km65 dachte ich: Man….soweit bis Du noch nie gelaufen !!!

Ab km65 ging es dann über grüne Wiesen an Berghängen vorbei kontinuierlich abwärts nach Davos.

Zwischenzeitlich sah ich die 8:59h schwinden, da mir der Abstieg doch arge zugesetzt hatte.

Doch plötzlich kam km75 und ich hatte noch gute 20-25min Zeit.

Also aufs Pedal getreten und ab nach Davos.

Sarah stand im Ziel mit meiner Deutschlandfahne und mit dieser lief ich stolz über die Ziellinie.

Kurze Zeit später kamen auch Nick und Mila.

Am Abend trafen wir uns dann alle zum Abfeiern……was wir auch getan haben.

Dass einzig wirklich schmerzhafte war:

Ich hatte Morgens die Sonnencreme vergessen und das Ergebnis war ein gigantischer Sonnenbrand (siehe Bilder)

Bleibt nur zu sagen: ES WAR TOLL

Ingo