Das Lauferlebnis der besonderen Art: Der 8. Zermatt-Marathon

Wenn du erstmal in der Steilwand hängst, gibt es kein zurück!

04.07.2009

Unser schönes gemeinsames Marathonerlebnis liegt jetzt schon 1 Woche hinter uns und wir sind noch ganz überwältigt von diesen wunderschönen Eindrücken am Fusse des wohl schönsten Berges der Alpen, dem Matterhorn. Dieser große Felsbrocken der Zermatt zu einem der wohlhabensten und bekanntesten Orte der Welt gebracht hat ist schon sehr eindrucksvoll.

Doch nun zu unserer Reise.

Zusammen mit dem Ingo fuhren wir am 2.7. um 6.15 Uhr von Wuppertal mit dem ICE in der 1. Klasse durch bis Basel. Mussten dann in der Schweiz noch zweimal umsteigen und kamen pünktlich um 14,15 an unserem Zielbahnhof in St. Niklaus an. Es war eine ganz entspannte Bahnfahrt mit wenig Aufenthalt zwischen den einzelnen Wechselpunkten, so dass der Ingo diese Zeit auch gut nutzen konnte, um sich noch ein wenig mit seinen Projekten zu beschäftigen.

In St. Niklaus angekommen suchten wir gleich unsere Pensionen auf.

Der Ort war deshald gewählt, weil dort der Start war. Ingo´s Pension lag gerade 200 m von der Startlinie entfernt und wir mussten mit dem Bus noch 10 Min. den Berg rauffahren und hatten von dort oben – 1400 m - einen wundervollen Blick auf die Walliser Berge. Wir holten in St. Niklaus unsere Startunterlagen ab und verbrachten den Rest des Tages dann im Ort.

Am nächsten Tag, einen Freitag, planten wir eine Zugfahrt nach Zermatt und dann mit der Gornergratbahn zum Gornergrat auf 3100 m zu fahren. An diesem , sowie an den 2 folgenden Tagen , konnten wir , auf Grund unserer Teilnahme, auf allen Bahnen im Umkreis von 50 km kostenlos fahren. Das musste man natürlich ausnutzen. Es war mal wieder ein sehr schöner Tag mit leichten weissen Wolken, der die Spitzezum Matterhorn zumindest erahnen liess. Von dem Gornergrat hatte man einen wunderschönen Ausblick auf 29 Viertausender, es war überwältigend. Bei den ersten beiden Marathonläufen war das Gornergrat das Ziel. Man stelle sich vor von 1100 m bis auf 3100 m , eine wirkliche Strapaze. Wir sollten das geringere Übel auch noch zu spüren bekommen. Nachdem wir den tollen Ausblich in ausreichendem Masse genossen haben, ging es mit der Bahn wieder zurück nach Zermatt. Dort waren die Temperaturen erheblich angenehmer. Wo es auf dem Gornergrat mit nur 7 Grad relativ frisch war, herrschte in Zermatt eine angenehme Wärme von 16-20 Grad. Ingo, der ständig mit seinem Handy telefonierte, sagte auf einmal zu uns: Der Peter hat gerade angerufen, er habe sich nachgemeldet und wir wollten uns in Zermatt auf der Pastaparty treffen. Wir waren natürlich überrascht, aber der Peter konnte dann doch nicht mit der Überraschung bis zu dem Lauftag warten, wo die Überraschung dann wirklich gelungen wäre.

Zeitig ging es dann am Vortag des Marathons zu Bett, um am anderen Morgen ausgeruht und frisch sich am Start einzufinden.

Am Samstag um 9.37 Uhr war es dann so weit. Bei schon sehr warmen Temperaturen von über 20 Grad fiel für uns der Startschuss. Nach 100 m kam gleich eine 800 m lange , wenn auch nicht zu schwere Steigung, bei der man am Ende auf Grund der Wetterlage schon völlig durchgeschwitzt war. Ich hatte schon gleich mein Durchschnittstempo für die ersten 21 km von 6 Min. pk gefunden. Da man bis zum Halbmarathon in Zermatt schon einen Höhenunterschied von 500 m bewältigen musste, blieb es nicht aus, um sich die Kraft einzuteilen, an manchen Stellen Gehpausen einzulegen. Schon bei km 9 musste es selbst Ingo erfahren. Ich selbst erreichte nach 2.15 Std. voll im Soll das Halbmarathonziel. Nach 24 km lief man aus Zermatt hinaus und dann gleich in die Berge. Jetzt wollte ich meine Stärke im Berggehen ausspielen, dass mir auch fasst gelungen wäre, wenn der Berg nicht rund 6 km am Stück gewesen wäre. Durch die Überanstrengung auf der langen Strecke erfassten mich dann Krämpfe an beiden Beinen, von oben bis unten. Dadurch war ich immer wieder zum dehnen gezwungen worden. Auf einer Berghöhe von 2200 m gab es ausreichend Boullion und weitere diverse Getränke nebst Riegel und Gel sowie Bananen. Die Boullion taten den Muskeln gute Dienste, sodass man vorrübergehend schmerzfrei laufen konnte und sich dann von Verpflegung zu Verpflegung retten konnte. Bis km 39 lief es dann halbwegs über die Höhen. Ab dann kam dann die Krönung. Eine Steigung auf den letzten 3 km von 400 Höhenmeter.

Ich habe mir nur gedacht, das darf nicht war sein. Andere sprachen von – da wirst du gekillt –

Es war einfach mörderisch. Aber auch ich hatte es geschafft. 200 m vor dem Ziel reichte der Ingo mir die Deutschlandfahne und ich lief dann doch mit einem gewissen Stolz die letzten 100 m ins Ziel. Ich blieb mit der Zeit von 5.53 Std. fasst eine halbe Stunde hinter meinen Erwartungen, aber wegen der Wetterlage und der langen Steigung war ich dann doch zufrieden. Den Peter haben wir dann auch getroffen und zeigte sich mit der Zeit von 5.08 Std. zufrieden, aber meinte gleich, dass müsste er nicht noch einmal haben. Peter, der sich dann gleich nach unten hin verabschiedete, um am selben Abend nach Zürich zu fahren, wo er seinen Urlaub fortsetzte.

Verständlicherweise mussten wir noch eine ganze Weile auf die Heike warten. Es fing dann mittlerweile an zu regnen an und es wurde empfindlich kühl. Ich fing langsam an mir Sorgen zu machen, da sie nur ein Trägerhemdchen trug. Derweil erkundigte sich Ingo bei der Info nach ihrem Befinden, und man sagte ihm lediglich, dass sie wohl gegen 12.30 Uhr das Halbmarathonziel durchlaufen habe. Es dauerte dann noch wenige Minuten, da tauchte die Heike vergnügt und guter Dinge in Sichtweite auf. Ingo gab der Heike am Start eine Deutschlandfahne mit, die ihr letztendlich am Ende vor Regen und Kälte schützen sollte.

Auf Grund der viel zu knappen Vorbereitung hatte sich die Heike den Lauf hervorragend eingeteilt und kam ohne grössere Probleme nach 7.12 Std., noch eine Viertelstunde vor Zielschluss ins Ziel.

Ingo hat auch schon früh gemerkt, dass es heute nicht sein Tag war, hat auch Zeit liegen gelassen, kam dann dennoch nicht ganz unzufrieden nach 4,42 Std. ins Ziel.

Abends haben wir dann noch schön zusammen gesessen und uns anschliessend von Ingo verabschiedet, der so bald als möglich in Deutschland seine Arbeit wieder aufnehmen musste.

Wir hatten dann noch 2 schöne Tage bei herrlichem Wetter, mit anständig Sonnenbrand und ausgedehnten Wanderungen in dem schönen Wallis.


Grüße aus Wermelskirchen
Udo und Heike