Der Zermatt-Marathon: Mit Sicherheit einer der schönstens und schwersten Europas!

Anfang Juli fand in der Schweiz der 8. Zermatt-Marathon statt. Da durfte eine Abordnung des Marathon-Team natürlich nicht fehlen. So begaben sich Heike, Udo St. und Ingo auf die weite Reise in die schöne Bergwelt der Schweiz, um bei diesem Lauf dabei zu sein.

04.07.2009

Am Freitagabend fand sich auch noch Peter zum Nachmelden in St. Niklaus ein. Er hatte sich nach Studium der Wetterprognose kurz entschlossen mit seinem Freund Toni von Zürich aus auf den Weg gemacht, und deswegen seinen Bergwander-Urlaub unterbrochen.

Zur Pasta-Party in einem großen Zelt auf dem Bahnhofsvorplatz in Zermatt lagerten alle eine ordentliche Menge Kohlenhydrate in Form von äußerst schmackhaften und in ausreichender Menge vorhandenen Nudeln ein. Noch dazu für einen für Schweizer Verhältnisse niedrigen Preis von umgerechnet ca. 6,-- Euro.

Ein wenig störend war, dass die Veranstalter für den musikalischen Rahmen einen Akkordeonspieler namens Z?Hansrüedi engagiert hatten. Dieser malträtierte nicht nur sein Instrument und entlockte ihm Melodien volkstümlicher Schweizer Musik, sondern erzeugte durch eine Rhythmusmaschine und seinen Gesang eine solche Lautstärke, dass eine Kommunikation fast unmöglich war.

Wettkampftag:

Nach dem Frühstück machten sich alle auf den Weg zum Start in St. Niklaus. Udo, Heike und Peter mit dem Auto, Ingo, welcher in unmittelbarer Nähe sein Zimmer hatte, zu Fuß.

Es versprach warm zu werden, da die Sonne vom wolkenlosen Himmel strahlte. Da der Start jedoch auf 1085m, das Ziel auf beachtlichen 2582m lag, hatten viele Teilnehmer langärmlige Shirts oder gar Jacken an. Einige wenige wollten gar in langen Laufhosen auf den Gipfel stürmen. Jeder wie er will....... allerdings hatte man im Meldebüro gesagt, dass es auf dem Gipfel ca. 14 Grad wären. Nach gegenseitigen Wünschen für ein gutes Rennen ging es pünktlich um 9.25h los.

Das Rennen selbst ging von St Niklaus über Herbriggen, Randa, Tesch und Zermatt bis zum Riffelberg. Genau in Zermatt hatte man den HM geschafft, danach ging es mit einer Schleife durch den Ort, um danach richtig heftig zu werden. Musste man bis hier lediglich einige recht wellige Abschnitte bis auf 1604 m bewältigen, erwartete uns dann ab km 25 auf einer Strecke von ca. 7 km der erste heftige Anstieg auf 2262m.

Nach dem Motto "Das Wandern ist des Müllers Lust", was einige nicht beherzigten und zwischendurch immer wieder antrabten, daher aber von uns Schnellgehern bei ihren Verschnaufpausen eingeholt wurden, ging es "tyrolmässig" immer nur bergauf.

Endlich oben bei km 32 angekommen, verschnauft, am Verpflegungsstand drei Becher Bouillon gekippt, und gerade wieder angetrabt, die nächste Steilwand, zwar erheblich kürzer als zuvor, aber eben ganz ekelig steil.

Ganz langsam schwanden einem die Kräfte, dann ca. 5 km leicht bergab, rollen lassen, auf Energiespargang umgeschaltet. Die Riffelalp erreicht, von einer zünftigen Blaskapelle mit, drei Mal dürft ihr raten......Blasmusik begrüßt worden, am Verpflegungsstand abwechselnd Wasser und Bouillon getrunken, um die letzten ca. 3 km noch zu überstehen.

Die waren allerdings in unserer körperlichen Verfassung, nach 39 anstrengenden km, der absolute Höhepunkt.

Nicht nur, dass man glaubte gefühlsmäßig in der Eiger Nordwand zu hängen, man konnte auch noch sehen, wohin, und vor allem, auf welche Höhe man musste. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht, zog sich das Band der Läuferinnen und Läufer den Berg hinauf.

Anm. d. Verf.: Ich habe mich selten bei einem Lauf so demoralisiert gefühlt, wie just in diesem Moment. Pudding in den Beinen, und dann diese Sprungschanze rauf zu müssen, das war hart.

Aber wer gibt schon deswegen bei km 39 auf? Niemand! Eben!

Also weiter den Berg hoch geschlichen, bloß nicht nach oben geschaut, Schritt für Schritt, Meter für Meter, immer weiter. Gut zu sehen, dass alle um einen herum, genauso fertig waren, dann endlich der Jubel der Menge im Ziel. Geschafft! Nein, noch nicht ganz.

Eine große Schleife noch, obwohl das Ziel nur einen Steinwurf weit entfernt war. Weiter, immer weiter, endlich das letzte Stück. Jubelnde Menschen, die einen die letzten Meter ins Ziel brüllten, getragen von einer Welle der Euphorie, die letzten Reserven mobilisierend, ins Ziel gerannt. Geschafft!!!!! (Im wahrsten Sinne des Wortes!)

Den Moment genießen, Essen, Trinken, noch mehr Essen, noch mehr Trinken.......welch tolles Panorama, auf dem Riffelberg zu stehen, und 29 Viertausender, unter ihnen das Matterhorn, blicken auf einen herab.(Ich habe sie zwar nicht gezählt, es steht aber so im Prospekt!)

Der Rest ist schnell erzählt: Ingo getroffen und gratuliert, Udo, kurz nach seinem Zieleinlauf, ebenso. Da war aber noch die Heike, welche sich auch bis zum Ziel durchgebissen hat. Leider konnte ich nicht auf sie warten, um ihr persönlich zu gratulieren, da ich zurück nach Zürich musste. Super gemacht, Heike! Meinen Glückwunsch!


Peter Gerber

PS: Danke Toni, für Deine Begleitung!