Mit Zwangs-Gehpausen ins Ziel beim 5km Wettkampf

02.05.2009

Als Läufer, welcher im Laufe der Jahre schon an etlichen Wettkämpfen teilgenommen hat, glaubt man im Allgemeinen, alles schon einmal erlebt zu haben. Das dachten sich auch Olli, Michael Kuhl und ich, als wir letzten Samstag in meine alte Heimat Altena fuhren.

Dort fand der 1. Altenaer Sparkassen-Lauf über 5 km statt, an welchem wir kurz entschlossen teilnehmen wollten. Anreise, Parkplatz, den richtigen Weg zum Wettkampf finden, alles kein Problem, schliesslich habe ich fast 50 Jahre dort gelebt.

Nein, es war etwas anderes, was uns ein wenig aus der Fassung brachte. Eine Ponton-Brücke, welche die Lenne überquerte, und kurzfristig vom THW u.a. für den Lauf errichtet worden war, war der Grund für ein erstes erstauntes, ungläubiges Lachen. Als ich mich nämlich bei einem Offiziellen nach der Streckenführung erkundigte, sagte dieser u.a.: Und über die Ponton-Brücke darf nur gegangen werden. Wer darüber läuft, wird disqualifiziert!

Ist doch lustig, oder etwa nicht?

Beim Warmlaufen auf dem 2,5 km Rundkurs haben wir dann natürlich auch in allerbester Nordic-Walking-Manier eben diese Brücke überquert. Das führte allerdings zu kritischen Blicken von Seiten der dort postierten Leute des THW, weil wir wohl ziemlich schnell gegangen waren.

Nach dem Einlaufen sind wir dann zum Start gegangen. Hier erlebten wir dann den nächsten Lacher. Wir hatten uns alle direkt in der ersten Reihe positioniert, und warteten gespannt auf den Startschuss. Stattdessen sagte der Starter allerding: Bitte alle hintereinander aufstellen, in der Reihenfolge der Startnummern!

Was wir für einen gelungenen Scherz hielten, und auch noch mit ein paar lockeren Sprüchen garnierten, war allerdings absolut ernst gemeint. Startnummer 100 stand vorne, wir, die wir nachgemeldet hatten, und Nr. 170, 171 und 172 hatten, so ziemlich gaaaanz hinten. Nach uns waren nur noch fünf Starter, welche mit uns ausharrten. Alle 15 Sek. wurde nun ein Teilnehmer auf die Strecke geschickt, und nach gefühlter halber Stunde ging es endlich los.

Das Rennen selbst ist fix erzählt: Michael vorne weg, Olli hinterher, ich hinterher. Das ganze am Anschlag gelaufen, in der nicht abgesperrten Innenstadt im Slalom um die Passanten herum gekurvt, über die Ponton-Brücke…..ja genau: gegangen, irgendwann ins Ziel gelaufen.

Ausgeruht, umgezogen, getrunken, Currywurst-Pommes-Majo, Steak, Bratwurst und Waffeln gefuttert, und dabei bei strahlendem Sonnenschein auf die Siegerehrung gewartet. Diese sollte um 16.00h stattfinden, verzögerte sich aber leider noch bis um 18.00h. Na egal, dass Wetter war super, die Würste lecker, da wartet man halt eben mal.

Bei der Siegerehrung wurde jeder persönlich aufgerufen, so dass sich diese nochmals ca. eine Stunde hinzog. Der Lohn war für Michael, welcher in hervorragenden 19:19 min den Geh- und Treppen-Lauf bewältigt hatte, eine Gutschein für freien Eintritt ins Hallenbad Tropamare in Plettenberg.

Ich selbst habe immerhin mit 20:35 min den ersten Platz in der AK 50 belegt. (Ihr dürft weiter Du zu mir sagen).

Fazit eines Wettkampfes, welchen sicher keiner von uns je vergessen wird: Schön war es trotzdem, oder gerade deswegen.....ich meine mit den Treppen, der Startaufstellung und der Geh-Brücke. Wenn der Lauf im nächsten Jahr wiederholt werden sollte, bin ich mit Sicherheit wieder dabei.

Peter Gerber

PS

Die junge Dame auf den Fotos ist Laura aus Altena, welche den ersten Platz in der Gesamtwertung bei den Frauen erzielte.