Berlin, Berlin, wir waren in Berlin

Udo St., Heike, Oliver, Graziela, Ferry, Michael Kleeb, Frank, Christian und Peter beim 35. Berlin Marathon

26.09.2008

Pünktlich machten sich am Freitag um 09.00h Micha, Frank, Christian und Peter mit dem Auto auf den Weg nach Berlin. Nach einer gemütlichen, durch zahlreiche Ess- und Pinkelpausen unterbrochenen Fahrt, erreichten alle gegen 15.00h die Marathonmesse, um dort die Startunterlagen abzuholen. Vor dem Betreten des Messegeländes wurde noch für 16.30h ein Treffpunkt ausgemacht, und dann gings ab ins Getümmel. Die Startunterlagen gab es natürlich am anderen Ende des Gebäudes, so dass man so ziemlich an allen Ständen zwangsläufig vorbei musste. Zum Glück war die Messe zu diesem Zeitpunkt noch nicht so überfüllt, wie sie sicherlich zu späterer Stunde, oder am Samstag sein würde. Alle waren rechtzeitig am Treffpunkt, um von dort quer durch Berlin zum Haus nach Woltersdorf zu fahren. Dabei wurde auch schon die Marathontrecke teilweise in Augenschein genommen, genauer gesagt, die blaue Linie, welche die Ideallinie markierte.

Um 18.30h in Woltersdorf angekommen, wurde zuerst einmal Quartier bezogen, und das Auto leergeräumt. Nachdem Olli und Graziela telefonisch ihr kommen für 20.00h angekündigt hatten, machte sich Peter an die Zubereitung des Abendessen. Christian, welcher diese Zeit für ein kleines "Beinevertretläufchen" nutzte, machte auf dem Rückweg vor dem Haus die Bekanntschaft einer Wildschweinrotte, welche sich nicht von ihm Fotografieren lassen wollte, und bei seinem Anblick die Flucht ergriff. Nachdem Graziela und Olli eingetroffen waren, wurde beim gemeinsamen Abendessen das Thema "Frühstückslauf von Charlottenburg zum Olympiastadion" diskutiert. Da sich hierfür nicht wirklich jemand begeistern lassen konnte, wurde kurzerhand beschlossen, einen eigenen "Frühstückslauf" zu unternehmen. Nachdem alle gesättigt waren, meldete sich noch Bernd telefonisch. Bernd, ein Laufkumpel von Micha, welcher abends von Frankfurt kommend, noch zu uns stossen wollte, stand im Stau. Nach einem Unfall mit einem umgekippten Gefahrguttransporter, war die Autobahn auf unbestimmte Zeit gesperrt worden. Er teilte uns mit, dass er morgen kommen würde. Relativ früh waren alle in den Betten verschwunden: Die Helden waren müde!

Samstag, 27.09.2008 Strahlender Sonnenschein weckte alle auf. Gegen 10.00h starteten Olli, Christian und Peter zum Woltersdorfer Frühstückslauf. Zwar nicht vom Charlottenburger Schoss zum Olympia-Stadion, so aber immerhin von der Maienhöhe zur Schleuse am See und zurück. Micha war zu diesem Zeitpunkt schon nach Berlin aufgebrochen, um sich dort mit einer Bekannten zu treffen. Die anderen hatten schon den Frühstückstisch gedeckt, so dass es nach dem Duschen erstmal eine ordentliche Mahlzeit gab. Danach hatte jeder andere Pläne: Christian wollte sich schonen und im Haus bleiben. Olli und Graziela wollten auch zu einem Besuch nach Berlin. Frank und Peter wollten ergründen, wie lange man vom Haus in Woltersdorf zum Marathongelände in Berlin brauchte. Das bedeutete: Mit dem Auto zum Bahnhof nach Erkner, dort in den Regionalexpress bis Berlin Hbf., von dort zu Fuss zum Marathon. Nach ziemlich genau einer Stunde dort angekommen, wurde zuerst einmal alles genauestens erkundet. Der Start- und Zielbereich ebenso, wie eine Imbissbude. Dort gönnten sich beide etwas Sportlernahrung in Form einer leckeren Currywurst, und schauten kurze Zeit den Inlineskatern (Junioren) beim Wettkampf zu. Bei einer kurzen Visite des Brandenburger Tores trafen beide auf Udo und Heike, welche mit ihren Bekannten das schöne Wetter genossen, und zu einem Bummel unterwegs waren. Danach ging es per Bahn wieder zum Haus, von dort zur Pasta-Party zum sehr guten Italiener in Woltersdorf, welcher für wenig Geld (Teuerste Pizza 6,--Euro, grösser als eine Langspielplatte) leckeres Essen servierte. Daran nahm dann auch Bernd teil, welche mittlerweile angekommen war. Ohne Bernd etwas zu wollen: Wenn der so schnell laufen könnte, wie er zwei!!! Portionen Nudeln verdrückt hatte, wäre er wohl beim Marathon vor Haile im Ziel. Bemerkenswert........ Abends war dann noch jeder mit seinen Vorbereitungen für den nächsten Tag beschäftigt. Christian braute sich seinen Energiespender für während des Laufs(den Rest der Tage klebte die Küche), Frank ärgerte sich über das verlorene Fussballspiel seiner Jugendmannschaft, trank ein Bier, alle anderen legten sich die Sachen für den nächsten Morgen zurecht. Wieder recht früh waren alle in den Betten verschwunden. Die Helden waren aufgeregt.

Sonntag, 28.09.2008
Nach allgemein unruhigem Schlaf drangen die ersten Geräusche gegen fünf Uhr früh durchs Haus. Jeder war mit seinem persönlichen Ritual beschäftigt, Essen, Trinken, Toilette, mentale Vorbereitung, kurzum, jeder war für sich am tun und machen.
Gegen 06.30h fuhren dann Frank, Micha, Christian und Peter zum Bahnhof, der Rest der Truppe wollte lieber einen Zug später fahren. Nach entspannter halbstündiger Zugfahrt erreichten alle nach kurzem Fussmarsch das Marathongelände. Kurze nochmalige Absprache über den Treffpunkt, 08.10h, Treppe vor dem Reichstag, dann ging jeder seines Weges.
Wieder schien die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Nachdem sich jeder umgezogen hatte und den Kleiderbeutel abgegeben hatte, trafen sich fast alle zum Erinnerungsfoto am Reichstag wieder. Auch die Tura Süd Läufer, Tefvik Baylan, Sadet Kirtas, Siegfried Lihs und Holger Wilding waren dort zusammen mit Ferry für das Foto versammelt.
Nach dem Fotoshooting ging dann jeder zu seinem Startblock, und erwartete den Startschuss.
Vom Lauf selbst gibt es nicht viel zu berichten......schön war es, tolle Strecke, super Zuschauer, welche ziemlich Alarm machten, klasse Bands, ausreichende Verpflegung, optimales Laufwetter, aaaaber überall ziemlich voll. So ist es eben, wenn 40.000 Läuferinnen und Läufer ein Ziel haben.

Jeder der angekommen ist, kann zu recht stolz darauf sein. Erwähnenswert ist allerdings:

Christian, welcher vorher angekündigt hatte, er wolle unter 2:38h laufen.......heraus kam eine sensationelle 2:38:02h. Ferry, welcher alles gab, finishte in 4:36:30hn und erreichte damit in seiner AK M60 Rang 54!

Und unser Lazarett:

Micha, welcher drei Wochen wegen einer Fersen-Verletzung nicht gelaufen war, und trotzdem in 4:48:48h im Ziel war.

Frank, welcher in der Nacht übelste Magenprobleme hatte(Anm. d. Verf.: Seiner Meinung nach war der Thunfisch in seinem Salat schlecht, meiner Meinung nach war da jedoch auch die Aufregung vorm ersten Mal im Spiel) und trotzdem an den Start gegangen war. Auch er erreichte bei seiner Marathonpremiere, trotz das sein Magen zwischenzeitlich weiter rebellierte, in 4:42:55h die Ziellinie.

Udo, mit leicht angeschlagener Leiste, welcher locker und langsam im 6er Schnitt in 4:12:32 ankam.

Anm.d.Verf.:
Man kann sich nicht selber loben, aber ich bin zufrieden und froh, dass ich auf Grund meiner mangelhaften Vorbereitung in 3:47:53h angekommen bin.

Vom Treffpunkt nach dem Duschen ging es dann per Bahn wieder zum Quartier nach Woltersdorf. Jeder für sich in Hochstimmung, endorphingeschwängert, erschöpft, aber glücklich und zufrieden.
Für 19.00h war die After Run Party in einer urigen Berliner Kneipe mit Namen "Ständige Vertretung" angesagt, so dass sich schon bald wieder alle auf den Weg machen mussten. Dort angekommen warteten bereits die Tura Süder, sowie Ferry, Udo, Heike, Olli, Graziela. Nachdem Frank auf seine gelungene Premiere ein Fässchen Kölsch (Richtiges Bier gab es nicht) spendiert hatte, liessen es sich alle Beteiligten bei zünftigem Essen und reichlich Bier gutgehen.

Nach der Ankunft in Woltersdorf wurden noch diverse Reste vertilgt, bevor es diesmal recht spät in die Betten ging. Die Helden waren müde, aber total aufgedreht!

Montag, 29.09.2008

Nach dem ausgiebigen Frühstück wurde gepackt, aufgeräumt, und das Auto, für die mit vielen Staus und einer tollen Vollsperrung viel zu lang dauernden Rückfahrt beladen.

Bis auf diese Katastrophenrückfahrt gab es die ganze Zeit keinerlei Probleme gleich welcher Art. Will sagen: Das können wir gerne jederzeit wiederholen!

Peter Gerber