RTB Marathonteam "worldwide"

Mila und Ingo Siebert vertraten die Vereinsfarben und die deutschen Farben im Big Apple - das Marathonerlebnis schlechthin

05.11.2006

Das Jahr 2006 ist nun bald zu Ende und wir vom Marathonteam des RTB Remscheid können stolz auf eine stattliche Anzahl an Auslandseinsätzen zurückblicken.

Neben Einsätzen auf Bornholm und Malta (Udo Bergemann), Rom (Uta Niedrig), Sydney (Matthias und Birgitt Bioly), St. Petersburg (Mila und Ingo Siebert), vertraten Mila und Ingo Siebert die Vereinsfarben und die deutschen Farben am 05.11.2006 in New York, dem Marathonerlebnis schlechthin.

Ein besonders großer Dank gebührt Norbert und Britta Körschgen, die mit zahlreichen Unterlagen, Tips und guten Ratschlägen auch das „nach dem Marathon“ zu einem vollen Erfolg werden ließen ... vielen Dank !!!

02.11.06:
In Düsseldorf werden wir 3 mal auf Herz und Nieren durchgeprüft bevor wir zum Gate gelassen werden ... die 3 Stunden vor dem Flug braucht man tatsächlich wenn man in die USA fliegen will. Das Flugzeug ist voller Marathonis ... alles Dauerkranke und Dauerverletzte ... aber alle wollen laufen.
Bei Einchecken in DUS nur die Frage: „Wollen Sie auch den Marathon laufen ?“ ... die nette Dame am Counter hat die Fragebögen schon entsprechend vorbereitet.
In New York am 02.11.06 angekommen werden wir vom Flughafen abgeholt und zum Hotel gebracht. Im Hotel erhalten wir von Jörg Bunert (in NY macht er die Reiseleitung selbst) unsere Scheckkarten für die Zimmer

03.11.06:
Nachdem wir durch die Zeitverschiebung schon um 05.00h wach sind, steht erst einmal ein Frühstückslauf vom Hotel zum Zieleinlauf auf dem Plan. Unser Hotel liegt nur 10min entfernt.
Wir laufen mit Dr. Thomas Wessinghage (ehemals Europameister über 5000m und amtierender Deutscher Rekordhalter über 1500m).
Nach einem ausgiebigen „amerikanischen Frühstück“... diese Erfahrung muss jeder einmal machen !!! geht es zur Stadtrundfahrt (für NY-Greenhorns sehr zu empfehlen).

Am Nachmittag holen die Startunterlagen. Die Ausmaße dieser Megaveranstaltung sind beim Abholen der Startunterlagen bereits zu erahnen. Wir werden gecheckt und dann halten wir unsere heiß ersehnte Startnummer in den Händen. Auf der Marathonmesse wird dann noch ordentlich geguckt und eingekauft.

Am Nachmittag besuchen wir eine Veranstaltung von Bunert und Wessinghage zum Thema NY-Marathon und allgemeine medizinische Infos zum Marathon (recht interessant).

Auf dem Rückweg kaufen wir in einer Gärtnerei 2 lange Bambusstangen um unserer Fahnen (Deutschland und Russland) daran zu befestigen. Die Gärtnerin findet unseren Patriotismus so toll (die Amis stehen auf so was) das Sie uns die Bambusstangen für 2 Dollar lässt.

04.11.06:
Um 07.00h geht’s zum Internationalen Friedenslauf. Das Wetter ist sonnig, mit knapp 3°C aber sehr kalt.
Dieser Lauf ist nur für die ausländischen Teilnehmer gedacht und ein absolutes Muss für jeden Teilnehmer des NY-Marathons. Bezogen auf die Stimmung unter den Läufern ist dieser Lauf fast schon besser wie der Marathon selbst.
Mit je einer 150x90 cm großen deutschen und russischen Fahne angebracht den Bambusstangen geht es mit Mexikanern, Franzosen, Italienern, Urus, Russen, Holländern, etc..….insgesamt rd. 90 Nationen und mehreren Tausend Teilnehmern (man sprach von 22.000) vom Uno Hauptquartier in den Central Park.
Besonders schön ist, dass die deutschen Teilnehmer bei der Vorstellung der Nationen am lautesten jubeln..
Im Central Park angekommen, erhält jeder Teilnehmer einen kostenlosen Frühstücksbeutel.
Abends ist die internationale Pasta-Party angesagt. Wir sitzen am Tisch mit Japanern, und einem Amerikaner (sogar aus New York). Um 21.00h geht ins Bett, da wir um 05.30h losfahren (die Verranzano Narrow Bridge wird um 07.00h geschlossen, danach können wir nicht mehr in den Startbereich fahren).

05.11.06:
Es ist soweit, der große Tag ist da !!!
04.30h aufstehen, um 05.30h geht es vom Hotel zum Startbereich. Bei 2°C und viel warmer Kleidung wirde erst einmal im Freien gefrühstückt. Die Zeit bis zum Start verbringen wir mit Gesprächen in Englisch, Französisch, Russisch, Deutsch,….wen man halt gerade so trifft. Nachdem die Fahnen (150 x 90 cm) gemeinsam auf einer Bambusstange angebracht sind, geht es zum Start. Das Wetter ist heiter und um 10.00h sind es rd. 10°C.
Nach der amerikanischen Nationalhymne kommt der Kanonenschuss und es geht los.
Fahnen schwenkend überqueren wir die Startlinie.

„Wir wollen heute nicht schnellsten aber die lustigsten sein, wir haben uns gemütliche 4.00h vorgenommen“

Wir überqueren die Verrazanobridge und entledigen, wie die meisten Teilnehmer auch, unserer letzten warmen Klamotten ... ein gutes Werk, denn die Anziehsachen werden von den Obdachlosen eingesammelt.
Schon der Start ist gigantisch. Über zwei obere (blau + orange) und eine untere Streckenführung (grün) wird gestartet (3 unterschiedliche Zeitnahmen) und die Strecken werden bis zur Meile 4 zusammengeführt.
Unterwegs treffen wir viele lustige Leute und Verkleidungen wie z.B.: Nashornmaske, Statue of Liberty, Blues Brothers, Travestit, etc..

Bis zum Halbmarathon haben wir viel damit zu tun dass wir zick-zack laufen müssen um an den Leuten vorbeizukommen, da wir durch Milas Startnummer (wir haben uns trotzdem vorgemogelt) in der Mitte des Feldes gestartet sind.
Wir überqueren den Halbmarathon mit einem Rückstand von satten 5min in 2:05h, aber egal wir sind hier um Spaß zu haben. Die Fahnen verursachen zwar ein enormer Windwiderstand aber ist ein echter Kick mit der russischen und deutschen Fahne zu laufen ... besonders die deutschen Fans am Streckenrand freuen sich ein Loch ins Bein.
Nach dem Halbmarathon können wir endlich anfangen durchzuziehen.
Bei Meile 16 geht es über die berüchtigte Queensboroughbridge (ca. 1,5 Meilen Anstieg, ca. 1,5 Meilen Gefälle). Wie erwartet beginnt hier das große Sterben ... aber nicht für die die Berge gewohnt sind ... Was hier als harter Anstieg bezeichnet wird, ist für uns berggewohnte eine ernst zu nehmende, aber leichte Steigung. Wir beginnen das Feld von hinten aufzurollen und überholen, überholen, überholen.
Mila zieht das Tempo mächtig an und ich hab Mühe mit den Fahnen hinter her zu kommen.
Nachdem wir die Bronx und Harlem durchquert haben treffen wir bei km 35 Jörg Bunert der uns mit Fahne fotografiert. Jörg läuft mit Uwe der bei km 35 riesige Probleme hat.
Wir hingegen genießen km für km, auch wenn ich die Fahnen nun des öfteren mal links und mal rechts tragen muss.
Von der Fifth Avenue geht es in den Central Park, eine sehr wellige und tückische Streckenführung.

Ich muss Mila ein-zweimal zurückpfeifen weil Sie immer schneller wird ... natürlich sagt sie, dass ich immer schneller werde was ich mir, auch mit 2 Fahnen an der Hand nicht vorstellen kann.

Bei km 40 verlassen wir kurz den Central Park um bei km 41,5 wieder einzuschwenken.
Die Leute schreien einen förmlich ins Ziel. Fahne schwenkend laufen wir in Richtung Zieleinlauf….100m vorher nehmen wir uns ans Händchen und überqueren bester Laune und in bester körperlicher Verfassung die Ziellinie.

„Natürlich bleibe ein Anstandssekündchen hinter Mila“. Glücklich und zufrieden empfangen wir unsere Finishermedaille.
Die beiden Fahnen waren die ganzen 42 km dabei und entlockten den insgesamt rd. 2 Millionen Zuschauern viele Anfeuerungsrufe wie „Germany, Russia you are doing a good job“

Auch die Fahnen haben jetzt Pause und jeder legt sich eine Fahne um die Schultern.
Wir holen unseren Kleidersack und marschieren zurück ins Hotel. Auf dem Rückweg springen wir kurz bei „Starbucks“ (Norbert wird kennen) rein und holen uns einen heißen Kaffee. Am Abend treffen wir uns mit den anderen Marathonis und wollen zur After-Run-Party auf ein Schiff (hatten wir auch gebucht)

Leider war das Schiff vom Reiseveranstalter völlig überbucht (500 Personen gebucht, für 200 war Platz) so das die Sache abgeblasen wurde. Wir sind dann mit 5 Personen (Mila, Uwe, Jörg Bunert, Bernd Düngen und ich) mexikanisch Essen gegangen und trafen dort auch jede Menge eine brasilianische Marathontruppe.

06.11.06 bis 12.11.06:
Den Rest der Zeit verbrachten wir mit touristischen Aktivitäten, Sightseeing, Shopping und langsamen Läufen im Central Park

Fazit:
Der Marathon in New York ist eine Klasse für sich die man nur genießen sollte ... Bestzeiten können wir auch zu Hause laufen.

Mila und Ingo Siebert